Igeler Säule

Zur Geschichte

Die Igeler Säule wurde in der 1. Hälfte des 3. Jahrhunderts erbaut. Der Inschrift ist zu entnehmen, dass sie von der reichen Tuchhändlerfamilie der Secundinier errichtet wurde.

Es handelt sich um ein Pfeilergrabmal aus hellgrauen bis roten Sandstein mit einer Höhe von etwa 23 Metern. Im Aufbau folgen über einer Zone mit Stufen der Sockelbereich, das Hauptgeschoss, das Gebälk mit Fries, die Attika und der Giebel sowie das Schuppendach, das von einem Kapitell mit aufsitzendem Pinienzapfen und Figurengruppe bekrönt wird.

Unterhalb der Igeler Säule sowie auf der gegenüberliegenden Moselseite verliefen wichtige römische Fernstraßen.

Igeler Säule transparenz
Igeler Säule Südseite

Rekonstruktionszeichnung Igeler Säule von Lambert Dahm. Nach E. Zahn, Trierer Zeitschrift 1968, Beilage.

Neben mythologischen-religiösen Themen zeigen die Reliefs der Igeler Säule das Leben der Secundinier. Das ursprünglich farbig gestaltete Denkmal hatte neben der Erinnerung an die Toten der Familie somit wohl auch den Zweck, auf das Tuchgeschäft der Secundinier hinzuweisen.

Die dargestellten Szenen folgen einer klaren inhaltlichen Konzeption: Zum einem werden die lebensweltlichen Tätigkeiten im Bereich des Textilhandels gezeigt, die den Reichtum und die gesellschaftliche Stellung der Familie verdeutlichen. Zum anderen erhofften sich die Secundinier ein ewiges Andenken und glückliches Leben im Totenreich, was in den Themen der mythologischen Szenen anklingt.

Seine Erhaltung verdankt das Grabmal einer mittelalterlichen Legende, wonach das Hauptbild auf der Südseite als Vermählung des Kaisers Constantius Chlorus mit der Heiligen Helena, der Mutter Konstantins des Großen, interpretiert wurde. Durch diese Interpretation genoss das Monument den Schutz der katholischen Kirche und wurde so auch vor Metallsuchern und Steinraubern bewahrt.

Igeler Säule Antike

Versuch einer Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes in Farben. Aquarell von Fr. Quant – Trier 1917. Nach H. Dragendorff und E. Krüger, Das Grabmal von Igel, 1924, Tafel 20.

In den Jahrhunderten wurde das Denkmal immer wieder aufgesucht, der bekannteste Besucher war Johann Wolfgang von Goethe im Jahr 1792.

Im Jahr 1879 wurde das Denkmal erstmals sorgfältig restauriert und fotografiert. 1907 wurde die Igeler Säule vollständig abgeformt. Die in Kunststein ausgegossene Kopie stand bis vor einigen Jahren noch im Innenhof des Rheinischen Landesmuseum Triers.

Nordansicht Igeler Säule, 2021. Th. Zühmer, GDKE.

Abbau der Kopie Igeler Säule, 2022. K.-U. Mahler, GDKE.

Seit 1986 ist die Igeler Säule Teil der UNESCO-Welterbestätte „Römische Denkmale, Dom St. Peter und Liebfrauenkirche in Trier.

Die UNESCO

Die UNESCO ist die Organisation der Vereinten Nationen fur Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization) und wurde am 16. November 1945 gegründet.

Aus einer internationalen Rettungskampagne für die nubischen Tempel von Abu Simbel und Philae im Jahr 1960 entstand die Idee zur Welterbekonvention. Der geplante Bau eines Staudamms bedrohte die in den Felsen gehauenen Tempel mit Überflutung. Deshalb wurden sie über mehrere Jahre hinweg abgetragen und an höher gelegenen Orten wiedererrichtet. 1968 konnte das Vorhaben erfolgreich abgeschlossen werden. Die Rettung der nubischen Tempel gilt als erstes gemeinsames internationales Projekt zum Schutz des kulturellen Erbes.

Bereits 1972 tritt das „Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt” in Kraft. Die Leitidee der Welterbekonvention ist die „Erwägung, dass Teile des Kultur- und Naturerbes von außergewöhnlicher Bedeutung sind und daher als Bestandteil des Welterbes der ganzen Menschheit erhalten werden müssen” (aus der Präambel der Welterbekonvention).

Seit 1978 führt die UNESCO die Welterbeliste. Der Aachener Dom gehörte zu den ersten zwölf Stätten, die in die UNESCO-Liste aufgenommen wurden. Heute stehen auf der Welterbeliste 1248 Kultur- und Naturerbestätten in 170 Ländern (Stand April 2026). In Deutschland gibt es allein 55 Natur- und Kulturerbestätten (Stand April 2026).

Die Definition des Begriffs „Welterbe” ist durch die Welterbekonvention von 1972 erfolgt. Maßgebend ist der außergewöhnliche universelle Wert einer Kultur- oder Naturstätte. Bei der Entscheidung über die Aufnahme in die Welterbeliste werden die übergreifenden Bedingungen der Authentizität (historische Echtheit, nur für Kulturgüter) und der Integrität (Unversehrtheit, für Kultur- und Naturgüter) angewendet, in Verbindung mit einem oder mehreren der insgesamt zehn Kriterien, nach welchen der außergewöhnliche universelle Wert einer Stätte festgelegt wird.

Das UNESCO-Welterbe Trier

Die Igeler Säule ist Teil der UNESCO-Welterbestätte „Römische Denkmale, Dom St. Peter und Liebfrauenkirche in Trier”. Zusammen mit der Porta Nigra, den Kaiser- und Barbarathermen, dem Amphitheater, der Konstantinbasilika, der Römerbrücke, dem Dom St. Peter und der Liebfrauenkirche wurde die Igeler Säule 1986 in die Welterbeliste aufgenommen.

Porta Nigra. Th. Zühmer, GDKE.

Römerbrücke. Th. Zühmer, GDKE.

Römerbrücke. Th. Zühmer, GDKE.

Römerbrücke. Th. Zühmer, GDKE.

Kaiserthermen. Th. Zühmer, GDKE.

Die Welterbestätte erfüllt dabei vier (i, iii, iv, vi) von sechs Aufnahmekriterien, was eine ungewöhnlich hohe Anzahl an erfüllten Kriterien im Vergleich mit anderen Welterbestätten ist.

KRITERIUM i

Die Porta Nigra, ein riesiges befestigtes Tor aus Quadermauerwerk, das von zwei halbrunden viergeschossigen Türmen umrahmt wird, ist eine einzigartige Leistung der römischen Architektur des 2. Jahrhunderts. Die Reste des Chors und des Kreuzgangs der Doppelkirche, die innerhalb ihrer Mauern von Erzbischof Poppo zwischen 1034 und 1042 errichtet wurde, stärken den Denkmalwert.

KRITERIUM iii

Aufgrund der Dichte und Qualität der erhaltenen Denkmale – der Brücke, der Reste des befestigten Walls, der Thermen, des Amphitheaters, der Speicherhäuser usw. – zeugt Trier in außergewöhnlicher Weise von der römischen Kultur. Wie die nominierte Igeler Säule zeigt, blühten insbesondere die Grabmalkunst und das Handwerk der Töpfer, Glasmacher und Münzpräger.

KRITERIUM i

Die Porta Nigra, ein riesiges befestigtes Tor aus Quadermauerwerk, das von zwei halbrunden viergeschossigen Türmen umrahmt wird, ist eine einzigartige Leistung der römischen Architektur des 2. Jahrhunderts. Die Reste des Chors und des Kreuzgangs der Doppelkirche, die innerhalb ihrer Mauern von Erzbischof Poppo zwischen 1034 und 1042 errichtet wurde, stärken den Denkmalwert.

KRITERIUM iii

Aufgrund der Dichte und Qualität der erhaltenen Denkmale – der Brücke, der Reste des befestigten Walls, der Thermen, des Amphitheaters, der Speicherhäuser usw. – zeugt Trier in außergewöhnlicher Weise von der römischen Kultur. Wie die nominierte Igeler Säule zeigt, blühten insbesondere die Grabmalkunst und das Handwerk der Töpfer, Glasmacher und Münzpräger.

KRITERIUM iv

Trier ist neben Istanbul ein Beispiel für eine große römische Hauptstadt nach der Teilung des Römischen Reiches. Die Überreste des kaiserlichen Palastbezirkes mit der Aula Palatina und den Kaiserthermen beeindrucken durch ihre ungeheure Größe. Die bemalte Decke unter der nördlichen Basilika (dem heutigen Dom), auf der Mitglieder der kaiserlichen Familie (höchstwahrscheinlich Helena und Fausta) dargestellt sind, zeugt auch vom höfischen Charakter der Architektur.

KRITERIUM vi

Trier ist unmittelbar und spürbar mit einem der größten Ereignisse der Menschheitsgeschichte verbunden: dem Feldzug Konstantins gegen Maxentius im Jahr 312, der zum Edikt von Mailand (313) und damit zur Anerkennung des Christentums führte.

KRITERIUM iv

Trier ist neben Istanbul ein Beispiel für eine große römische Hauptstadt nach der Teilung des Römischen Reiches. Die Überreste des kaiserlichen Palastbezirkes mit der Aula Palatina und den Kaiserthermen beeindrucken durch ihre ungeheure Größe. Die bemalte Decke unter der nördlichen Basilika (dem heutigen Dom), auf der Mitglieder der kaiserlichen Familie (höchstwahrscheinlich Helena und Fausta) dargestellt sind, zeugt auch vom höfischen Charakter der Architektur.

KRITERIUM vi

Trier ist unmittelbar und spürbar mit einem der größten Ereignisse der Menschheitsgeschichte verbunden: dem Feldzug Konstantins gegen Maxentius im Jahr 312, der zum Edikt von Mailand (313) und damit zur Anerkennung des Christentums führte.

Unter dem erfüllten Kriterium (iii) fällt die Igeler Säule. Sie verdeutlicht zusammen mit der Römerbrücke, den Thermen, dem Amphitheater, den Speicherhäusern die Wichtigkeit Triers als ein bedeutendes Handelszentrum im Römischen Reich.